Liebe Freunde und Interessenten,

mir geht es im Grunde nur um eines: unsere geistige Freiheit. Wir leben dazu in einer Zeit, die uns durch gewaltige Manipulationen, Lügen, Fake News, Wahrheitsverdrehungen, usw. herausfordert, uns Freiheit im Geist zu schaffen. Dazu ist dieses „Böse“ da. Wir müssen allerdings auch die Methoden durchschauen lernen, mit denen  gearbeitet wird. Hier will ich dazu das „Framing“ darstellen, mit dem so schön – im Negativen wie im Positiven – die Öffentliche Meinung beeinflusst werden kann.

„Framing“ bedeutet „Einrahmung“. Man versteht dabei in der Kommunikationswissenschaft das „Schubladendenken“.

Es geht also darum, wie man es erreichen kann, dass die Menschen gewisse Worte, „Frames„, „Rahmen“ in ihren Wortschatz übernehmen. Dazu ist es notwendig, diese Worte immer wieder zu wiederholen. Die Wiederholung ist entscheidend. Und es müssen zweitens die Worte dann immer in einen gewissen Zusammenhang gestellt werden, damit man die Worte immer sofort in Bezug setzt zu gewissen Themen. Die unverstdändliche, abstrakte Definition von Wikipedia will ich euch ersparen, Ihr könnt selber nachschauen. Aber ein Zitat daraus sei hier zur Veranschaulichung gegeben:

Mithilfe von Frames lässt sich etwa begreifen, weshalb in der westlichen Berichterstattung häufig Themen wie Islam und Terrorismus in Verbindung gebracht werden. Politische Wahlkämpfe werden im Journalismus gerne mit Pferderennen verglichen, sodass der Wettkampf-Charakter in den Vordergrund tritt. Ein drittes Frame-Beispiel wäre die David-gegen-Goliath-Metapher, mit der in der Vergangenheit etwa der Israel-Palästina-Konflikt gerahmt wurde. Damit wurde er auf den Kampf zweier ungleicher Gegner reduziert, wobei der vermeintlich unterlegenen Partei Sympathie entgegengebracht wird.

Wie ich bereits in meinem veröffentlichten Leserbrief geschrieben habe, gehören heute vor allem von der manipulativen Seite des Mainstreams die folgenden Frames dazu. Alle diese „Frames“ werden gewissermaßen als echte „Schlagworte“ verwendet, also Worte, um etwas niederzuknüppeln, Meinungen niederzuschlagen. Und es liegt an uns, diesen Mechanismus zu durchschauen.

  1. Verschwörungstheoretiker„. Die Mainstream-Presse verwendet einen positiven Begriff „Theoretiker“ in einem negativen Sinn. Der Verschwörungstheoretiker ist der Bösewicht, während der „Quantentheoretiker“ ein Guter ist. Wenn man einen echten wissenschaftlich arbeitenden Verschwörungstheoretiker von dem nicht-wissenschaftlichen unterscheiden will, müsste man von einem „Verschwörungsideologensprechen. Daran, dass man das nicht tut, erkennt man, dass man eine echte wissenschaftliche Kritik an der Manipulation durch Verschwörungen verhindern will. Das selbst ist eine Verschwörung, denn so viele Medien und Journalisten machen mit und meine These hier ist also eine „verschwörungstheoretische These“ oder „Verschwörungstheorie“. Dass diese Menschen und Medien eventuell nicht wirklich verschwörerisch arbeiten, sei ihnen zugute gehalten, weil sie selber ja meist daran glauben. Zum Verschwörer gehört aber das Bewusstsein dazu. Also wird es wohl nur relativ wenige Menschen im Hintergrund geben, die diese Verschwörung bewusst betreiben, die anderen folgen dem einfach blind, weil die Presseagenturen das vielleicht bereits so formulieren. Und diese Menschen im Hintergrund können logischerweise fast nur die Verschwörer selbst sein, nicht wahr?

  2.  „Klimaskeptiker, Klimaleugner“. Die Mainstream-Presse verwendet auch diese Worte als Schlagwort, sogar gegen profunde Klimawissenschaftler, wenn sie es wagen sollten, am „menschengemachten Klimawandel„, am „anthropogenen Klimawandel“ – auch zwei Frames – zu zweifeln. Dazu heiß es bei Wikipedia zutreffend:

    Klimaskeptizismus ist kein Skeptizismus im wissenschaftlichen Sinn, sondern vielmehr ein (zum Teil organisiertes) Verleugnen der menschengemachten globalen Erwärmung. Aus einer Vielzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen geht hervor, dass der Klimaschutz häufig aus politischen und ideologischen Motiven bekämpft wird. Bei der Leugnung des menschengemachten Klimawandels handelt es sich um eine Form von Pseudowissenschaft, die Ähnlichkeiten aufweist mit weiteren Formen des Denialismus wie beispielsweise dem Bestreiten der Evolutionstheorie oder der gesundheitsschädlichenAuswirkungen des Rauchens bis hin zum Glauben an Verschwörungstheorien.

    Es ist doch interessant, wie in diesem Frame weitere Frames verwendet werden. Natürlich sind diese Menschen „nicht-wissenschaftlich“, keine wissenschaftlichen Skeptiker, sondern „Pseudowissenschaftler“, was einfach eine Lüge ist, denn es gibt profunde Wissenschafler als Kritiker. Und dann gehört man natürlich zu jenen, die an Verschwörungstheorie „glauben“, so als ob es nicht in der Geschichte nachgewiesene Verschwörungen gegeben hätte! Dazu verwendet man natürlich profunde wissenschaftliche Begriffe wie „Denialismus“, also „Verweigerungshaltung“ – das hätte man auch sagen können -, um dem einen wissenschaftlichen Anstrich zu geben.

  3. „Fremdenfeindlich“, „Rassistisch“, „Populistisch“: Das sind drei Worte, mit denen man jede sachliche Kritik an bestehender Politik gut niederschlagen kann.
  4. „Rechter“, „Rechtsextremer“, „Nazi“: Diese Worte werden natürlich von den „linken“ Medien verwendet, um die Gegner ihrer politischen Haltung zu diffamieren. Auf der anderen Seite steht der Begriff „Linker“. Aber dieser taucht kaum als Frame auf. Auch die alten Worte „Kommunist“ und „Sozi“ gibt es heute kaum noch als Frame.
  5. „Antisemit“: Der heftigste und beleidigendste Frame ist natürlich dieser. Damit kann man jede Kritik an einem Unrechtsstaat wie Israel – siehe neuestes Gesetz in Israel, das das Land zum religiösen Judenstaat macht -, totschlagen. Es ist wohl das machtvollste Totschlagwort, der machtvollste Frame.

Achtet einmal darauf, wie selbstverständlich die Journalisten, die se Worte immer wieder einfließen lassen, obwohl es nicht berechtigt ist. Macht nichts, Hauptsache es ist wiederholt.

Das geht übrigens auch im Positiven! Und dazu hat der große Goethe bereits so wunderbar formuliert:

 

Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum oben auf, und es ist ihm wohl und behaglich, im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.

 

Ich freue mich, wenn Ihr mit weitere Frame für die Sammlung zukommen lasst.

„Framing“ – eine Form der modernen Manipulation

4 Gedanken zu „„Framing“ – eine Form der modernen Manipulation

  • 23. Juli 2018 um 13:23
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    Vielen Dank, lieber Herr Burkart, für die zutreffende Einordnung der ständigen Gehirnwäsche durch verfälschende Schlagworte! Der Gebrauch von „Frames“ überspielt geschickt die innere kritische Instanz des Lesers, die bei einer differenzierten Darstellung der Sachverhalte gleichsam automatisch „eingeschaltet“ würde. Ebenso faszinierend wie charakterlos ist die lautlose Unterwerfung großer Teile unserer intellektuellen Eliten unter diesen Sprachgebrauch. Ich unterstelle dabei, dass einem größerer Teil dieser Gruppe die von Ihnen dargestellten Mechanismen bekannt sind. Gleichwohl machen sich die scheinbar so kritisch und rational räsonierenden „Vordenker“ gerne die Technik des Framing zu eigen, um abweichende Ansichten mit einem emotional aufgeladenen Negativlabel zu versehen. Am meisten schmerzt mich dabei die Arroganz, zu meinen, das würde von den Nicht-So-Elitären nicht bemerkt. Diese Haltung beschleunigt den sich in den letzten Jahren ohnehin zunehmend abzeichnenden Vertrauensverlust der Öffentlichkeit gegenüber den bisherigen politischen und wissenschaftlichen Eliten und schafft Raum für „Kurzschlüsse“ á la AfD und Trump…

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  • 24. Juli 2018 um 21:16
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    Ich habe noch nicht verstanden, wieso auch einfache, nicht aus zwei oder mehr Bedeutungen bestehende Begriffe ein Frame sind, z. B. Nazi, Rechter, populistisch, rassistisch. Zuerst hatte ich den Eindruck, es seien immer Begriffe, die aus zwei oder mehr Einzelbegriffen zusammengefügt sind, z. B. Anti-semitisch, fremden-feindlich usw.
    Ich habe heute ein Wort gelesen, das vielleicht kein Frame ist, und doch will ich es hier nennen: autoerotisch. Darf das wahr sein, ist das ein neuer wissenschaftlicher Begriff?

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    • 31. Juli 2018 um 15:17
      Permalink

      Frames geben einfach eine Denkschublade vor. Und nur weil es ein neues Wort ist, ist es noch kein Frame. Es muss erst zu einem gemacht werden durch Wiederholung.

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