„Sechs Stunden am Tag sind genug“, so ein Titel der Welt am Sonntag vom 22. Juli 2018. Es wird berichtet über einen Unternehmer – Günter Dilling, Chef der Online-Stellenbörse „Jobroller“ in Straubing, Niederbayern -, hat seinen Mitarbeitern die Möglichkeit gegeben, nur 6 Stunden zu arbeiten – bei vollem Lohnausgleich!In der Vision der Dreigliederung des Sozialen Organismus steht die „Brüderlichkeit“ in der Wirtschaft. Dies bedeutet im Prinzip die Lösung der sozialen Frage in Bezug auf die gerechte Einkommensverteilung.

Dilling geht einen kleinen, aber immerhin einen kleinen, in diese Richtung. Er sagt, er könne das machen, weil es sich rechnet. Die Mitarbeiter sind zufriedener, weil sie mehr Freizeit haben und sie sind viel weniger krank. Sie können schon der Früh um 7 h anfangen oder erst um 11 h, haben also eine große Flexibilität. Und es rechnet sich für das Unternehmen, also eine echte Win-Win-Situation.

Das ist also ein kleiner Schritt, allerdings noch weit weg von der Dreigliederung. Denn darin gibt es keine „Arbeitnehmer“. Warum? Nun, in der Wirtschaft gibt es nur Produzenten, Konsumenten und Händler. Das ist die organische Gliederung der Wirtschaft. Da ist kein Platz für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, aber auch nicht für Gewerkschaften. Was ist dann der Arbeitnehmer? Er ist Produzent, denn er produziert letztlich durch seine Arbeit. Er muss daher am Gewinn direkt beteiligt sein und auch unternehmerisch denken und einbezogen werden. Dann braucht es aber auch keine Gewerkschaften mehr. Das sind einige Grundprinzipien der Dreigliederung.

Wir sehen, wie spannend diese Vision und Erkenntnis ist und dass irgendwie schon ganz kleine Schritte in diese Richtung stattfinden. Aber die Dreigliederung ist ein viel Größeres.

 

Brüderlichkeit im Ansatz – Dreigliederung in der Praxis 1
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Ein Gedanke zu „Brüderlichkeit im Ansatz – Dreigliederung in der Praxis 1

  • 30. Juli 2018 um 15:16
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    Sehr gut! Vor allem der Satz „unternehmerisch denken“ hat es in sich.
    Die meisten Arbeitnehmer würden unter keinen Umständen ihre Position zugunsten einer Beteiligung an Risiko!!! und Gewinn verlassen, solange das sooo bequem ist!.
    Allein die Vorstellung vielleicht nicht einfach „krank“ sein zu können am Montag dürfte vielen schwer auf den Magen schlagen.
    Oder die Verantwortung für das Produkt zu übernehmen, ein kaputtes Werkzeug „vom eigenen Geld“ zu ersetzen – wo kämen wir denn hin?
    Wegen mir sofort! Und ich glaube die meisten Selbsständigen und Handwerker würden sich da liebend gernen anschließen! 😉

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