Liebe Freunde, Abonnenten,

nach einer Frühjahrspause geht es weiter.
Ich habe gestern einen Leserbrief an den SPIEGEL geschrieben, als Versuch Bewusstsein zu wecken für eine sehr einseitige und letztlich subtil manipulative Pressearbeit.

Sehr geehrter Herr Feldenkirchen,

zu Ihrem Artikel vom SPIEGEL 28/2018, „Die Grenze des Sagbaren“, möchte ich versuchen, einem Journalisten als Leser eine vielleicht journalistische Antwort zu geben.
Zu Ihrer Information: Diese Antwort wird auch im Internet veröffentlicht werden:

Der SPIEGEL fasziniert mich nun seit Jahrzehnten und als regelmäßiger Abonnent wieder aufs Neue. Nicht, weil ich ihn umwerfend gut finde, sondern weil er eben ein Spiegel unserer Gesellschaft ist und sich wohl auch so versteht. NOMEN EST OMEN gilt wohl für Ihr Magazin sehr gut. Vieles aber empfinde ich am SPIEGEL einfach untragbar.
So kann ich auch an den Artikeln, in diesem Falle an Ihrem Artikel über das „Sagbare“ wohl den Geist unserer Gesellschaft erkennen.

Was ist denn eine der kulturell-geistigen Strömungen gerade in dieser Jahren, die auch Sie aufgreifen in Bezug auf die AfD? Es ist die Verunglimpfung des Anderen!
Das ist es doch, was Sie der AfD vorwerfen, was allgemein zu beobachten ist in der Öffentlichkeit. „Wenn du Wind säst, wirst du Sturm ernten“, heißt es in einem alten Dokument.
Die AfD hat Wind gesät und erntet Sturm. Sie erscheint als der Meister der Verunglimpfung als politisches Mittel und reitet damit auf den Wellen des Erfolges. Warum aber kann sie so erfolgreich sein? Weil die Menschen das derzeit wohl so lieben in unserer demokratischen Gesellschaft? Verunglimpfung ist hoffähig geworden.
Der SPIEGEL als Spiegel der Gesellschaft sollte daher diesen Trend wohl widerspiegeln, nicht wahr? Und sollte er nicht als Trendsetter – versteht sich der SPIEGEL nicht auch als aktives Mitglied der Gesellschaft und nicht nur als passiver Spiegel? – die Form der Verunglimpfung gut beherrschen? Ja, das tut er – nach meiner Meinung. Das ist leider das, was neben guter, journalistischer Arbeit, den SPIEGEL ebenso unliebenswert macht wie die AfD. Das hat der SPIEGEL mit der AfD wohl gemeinsam. Vielleicht hat die AfD in den Jahren auch vom SPIEGEL gelernt?

Was hat das mit Ihrem Artikel zu tun? Nun, ich habe in den letzten Jahren gelernt, dass Journalismus immer weniger sachliche, wahrheitsgemäße Berichterstattung ist, sondern immer mehr Meinungsjournalismus wird. Das ist Ihr Artikel natürlich auch. Denn diese Kolumne ist Meinungsjournalismus. Das ist auch OK so. Was aber spiegelt Ihr Artikel wider?

Sie greifen die AfD mit dem „Sagbaren“ an. Wo überschreitet die AfD Grenzen? Das ist Ihr Thema. Wo aber überschreitet der SPIEGEL, wo überschreiten Sie – vielleicht viel subtiler – die Grenzen des Sagbaren. Es gibt einige Themen, seit Jahren, da überschreitet der SPIEGEL beständig ähnliche Grenzen und wird verletzend, oft schlimmer als die AfD. In Ihrem Artikel ist es subtil und sicher nicht so direkt verletzend. Aber eben genau diese Subtilität erscheint so gefährlich für unsere Kultur des Umgangs miteinander, weil beständig diese subtilen Verunglimpfungen stattfinden, dass sich eben die Bevölkerung daran gewöhnt – als das Normale.
Weil eben der SPIEGEL und auch andere „Mainstream-Medien“ sich so verhalten, sind sie nicht nur Spiegel der Gesellschaft, sondern Miterschaffer eines verstörenden und zerstörenden gesellschaftlichen Klimas, in dem sich ein Stil der AfD überhaupt so durchsetzen kann. Woran sehe ich das in Ihrem Artikel?

Grundsätzlich verunglimpfen Sie die AfD und damit all die Millionen Menschen, die diese Partei – viele davon wahrscheinlich aus Verzweiflung – gewählt haben und stellen sie alle in eine bestimmte Ecke. Und diese Ecke ist die schlimmste in unserer Gesellschaft: die Nazi-Ecke. Das ist das eine Unsagbare, dass Sie und der SPIEGEL beständig tun. Das sind Sie nicht besser als die AfD und fördern so den Stil der AfD!

Sie verallgemeinern ungemein und differenzieren in keiner Weise. Sie schmeißen alle, die mit den Flüchtlingsströmen kommen, in den selben Topf. Viele dieser Menschen, die hier ankommen – und das können Sie gerne an der bayerischen Grenze hier live studieren, denn hier findet die Wirklichkeit statt! -, kommen, weil sie mit völlig illusionären Vorstellungen von Schleusern angelockt wurden. Das sind arme Schweine, weil sie ihr Geld dafür ausgegeben haben, weil man ihnen versprochen hat, dass man hier in Deutschland alles umsonst bekommt, sogar ein Haus. Ja, das sind die Tatsachen. Und das sind nicht wenige dieser Menschen, die hier ankommen. Diese Menschen haben wirklich die Vorstellung, dass man hier eben nicht arbeiten muss, um Geld zu verdienen. Das sind keine Flüchtlinge aus Syrien, das sind auch keine Asylanten, sondern das sind „Schlaraffenland-Asylanten“, um ein anderes Wort zu prägen, nachdem Sie sich an dem „Asyltouristen“ stören. Wie können wir diesen Menschen helfen, die so betrogen wurde, darum sollte sich der SPIEGEL kümmern. Und das sind nicht wenige und diese Menschen sind natürlich Flüchtlingen. Aber wovor flüchten sie wirklich? Und wie verhalten sie sich hier? Sie nutzen unser Sozialsystem gnadenlos aus, weil gut informiert und gut vernetzt. Das sind letztlich charakterlich auch sehr niedrig stehende Menschen, denen man in dieser Beziehung christlich helfen sollte. Und Sie konnten hier erleben, dass Menschen flüchtenden muslimischen Frauen einen Kinderwagen schenken wollten, den diese dann ablehnten, weil „ein christliches Kind bereits darin geschlafen hatte“. Und das kam nicht selten vor! Dass diese Frauen auch Zigtausende EUROS unter ihren Schleiern verbargen, waren andere Tatsachen, alles hier zu beobachten.

Sie konnten hier erleben, wie die Flüchtlinge massenhaft Schlange stehen an den Bankschaltern, um ihr hier erhaltenes Geld zum großen Teil in ihre Heimat überweisen, weil sie von ihren Eltern aus diesem Grunde hergeschickt wurden. Können Sie verstehen, dass da der einheimischen Bevölkerung, die das mitbekommen, der Hut hochgeht? Das „geringe Taschengeld“, das Sie ansprechen, ist wohl doch nicht so gering. Und dass alle Ankommenden selbstverständlich ein teures Smartphone im Wert von bis zu 800 € bekamen, hat die Bevölkerung mitbekommen.

Es ist Aufgabe des Journalismus, zu differenzieren und nicht durch „unsagbare“ und doch gesagte Verallgemeinerungen als Verunglimpfungen beständig das Feuer zu schüren, den Hass in unserer Gesellschaft. Der SPIEGEL erscheint ab er durch seine Art leider ebenfalls als Hass-Organ, aber dafür ist er wohl Spiegel der Gesellschaft.

Sie verunglimpfen die CSU, eine Partei, die in der Regierungsverantwortung steht in dem Land, das den meisten Teil der gesamten Flüchtlingswelle abfangen musste!
Haben Sie einmal seriös und ernsthaft darüber reflektiert, welche Leistung eigentlich hier in Bayern von den Regierungsstellen, Polizei, Behörden und der Bevölkerung geleistet wurde, dass kein Chaos entstanden ist?! Wo ist der Dank dafür? In den Verunglimpfungen? Können Sie nachvollziehen, was bayerische Ärzte leisten mussten, fast in einem 24 Stunden-Job, Millionen ausländischer Menschen mit teilweise ansteckenden Krankheiten in einem Minutentakt zu untersuchen? Können Sie nachvollziehen, wie diese Menschen ausgebrannt waren? Können Sie nachvollziehen, was die Polizisten hier geleistet haben? Haben Sie eine Ahnung davon, was für Leistungen die bayerischen Behörden vollbracht haben, als Hunderttausende in Zügen in München ankamen und diese absolut geordnet in sichere Einrichtungen gebracht wurden, ihnen Essen, Schlafplätze, medizinische Versorgung gegeben wurde? Hätten Sie das einmal live erlebt, würden Sie sich vielleicht zurückhalten mit einer beständigen Verunglimpfungen bayerischer Politiker, die letztlich in den letzten Jahrzehnten eine solch stabile Behördenorganisation aufgebaut haben, damit eine solche gewaltige Flüchtlingswelle überhaupt so geordnet und wirklich human verarbeitet werden konnte.
Nein, Wertschätzung kennt der SPIEGEL da nicht. Und warum? Weil eben die CSU rechts ist und der SPIEGEL links. So trägt man zur Spaltung der Gesellschaft bei, die man dauernd kritisiert.
Warum spalten Sie subtil? Weil Sie von „anständigen“ Menschen schreiben und dem bayerischen Ministerpräsidenten mit seinem Wort „Asyltourist“ Unanständigkeit unterstellen. Das ist Verunglimpfung.
Sie benutzen allgemeine Schlagworte im wahrsten Sinne des Wortes, wie allgemein üblich in einer Gesellschaft, die immer mehr auf den Menschen einschlägt. Schlagworte haben Konjunktur, vor allem auch im leider so verunglimpfenden Journalismus. Hier wird Söder von Ihnen einfach „Fremdenfeindlichkeit“ unterstellt. Es tut mir leid. Das ist beleidigend. Aber es ist hoffähig geworden, mit Schlagworten zu arbeiten und nicht mit Sachlichkeit. Nicht in Ihrem Artikel, aber sonst im SPIEGEL weit verbreitet, sind die anderen Schlagworte, die man benutzt, um den Anderen zu beleidigen, aber nicht mit ihm sachlich zu diskutieren. Gleichzeitig bejammert man dann die „Zerstörung der demokratischen Kultur“, während man (SPIEGEL) selbst dadurch diese Kultur zerstört. „Wer Wind sät…“.
Sie schreiben „Mit jedem Begriff der Rechten, der in die Alltagssprache eingeschleust wird, verschiebt sich die Sichtweise auf Flüchtende.“
Nun, das gilt auch für Sie: „Mit jedem Begriff/Schlagwort der Linken wie des SPIEGEL, das in die Alltagssprache eingeschleust wird, verschiebt sich die Sichtweise auf demokratische Wähler solcher Parteien wie der AfD“. Was sind denn noch solche Schlagworte? Also neben dem „Fremdenfeindlichen“ gibt es natürlich die Steigerung des „Rassisten“, dann den „Verschwörungstheoretiker“ – was für sich ein völlig widersinniges und manipulierendes Schlagwort ist, weil ein „Theoretiker“ ein wissenschaftlich arbeitender Mensch ist. Aber man will dadurch die besorgten Menschen davon abhalten, sich ernsthaft um die Hintergründe zu bemühen, die von Organen wie dem SPIEGEL eben nicht untersucht werden, was eigentlich Aufgabe eines SPIEGELS wäre -, in einer weiteren Steigerung den „Nazi“ und in der höchsten Form den „Antisemiten“. Differenzierung ist da nicht mehr zu finden, sondern nur noch Dreinschlagen, mit Worten. Aber der SPIEGEL hat die Macht des Wortes. Und darum geht es doch auch Ihnen.

Sie schreiben „Leider ist nicht jeder zu dieser Anstrengung bereit“, nämlich der Anstrengung, sich der Vorprägung durch die Weltansicht einer Sprache durch geistige Arbeit zu befreien. Sind Sie dazu bereit, lieber Herr Feldenkirchen? Ich sehe das nicht. Sie fordern das ein, wozu Sie nicht bereit sind!

Es wäre eine wunderbare Erfahrung, wenn ich sehen könnte, dass man beim SPIEGEL ernsthaft dazu bereit wäre. Dann könnte der SPIEGEL zu einem Presseorgan werden, das dazu beiträgt, mehr Menschlichkeit zu fördern, anstatt dazu beizutragen, sie weiter zu zerstören.

Mit den besten Grüßen

Antwort an den SPIEGEL
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4 Gedanken zu „Antwort an den SPIEGEL

  • 13. Juli 2018 um 19:09
    Permalink

    Danke, Herr Burkard, sehr gut geschrieben. Ich habe den Spiegel schon längst abbestellt und kaufe ihn auch nicht mehr.
    Ich lese und höre immer „Rassismus“. Warum ? Gott hat nun mal verschiedene Rassen erschaffen. Jeder hat Grund auf seine Rasse stolz zu sein, egal welcher Hautfarbe!! Warum soll man Rassist sein, wenn man das beim Namen nennt. Mohrenköpfe essen ist schon böse. Was soll das eigentlich? Kinderlieder werden verboten, ja wo sind wir eigentlich????
    Also vielen Dank für diese klaren Worte, herzliche Grüsse
    Ingrid Müller

    Antworten
  • 16. Juli 2018 um 19:57
    Permalink

    Wer zahlt schafft an!
    > Wer sind den hier eigentlich die s. g. „Verschwörungstheoretiker“. Die welche die Wahrheit aufdecken, dafür kämpfen und dadurch erhebliche Nachteile auf sich nehmen, oder die welche diejenigen diskriminieren welche die Wahrheit sagen, und dann dafür noch Macht und Geld kassieren ??
    > Wie soll man denn in unserer materialistischen Welt noch geistige Arbeit oder Menschlichkeit erwarten?
    > Es gibt anscheinend im Journalismus und auch sonst keinen Mittelweg „keinen Weg der Wahrheit“ mehr. Nur noch „Links“ oder „Rechts“ und dann noch möglichst „Radikal“! Bereits der Nationalsozialismus beherrschte die Macht der Manipulation durch Propaganda und die Medien perfekt. Haben wir aus der Geschichte nichts gelernt?
    > Sind sich Herr Feldenkirchen und die anderen öffentlichen Medien schon „bewußt“, welche Verantwortung sie gegenüber der Menschheit haben und was Sie anrichten?
    Oder sind ihnen die Menschen egal, weil Sie vielleicht selbst keine Menschlichkeit mehr haben ?

    Antworten
    • 31. Juli 2018 um 15:23
      Permalink

      Die Verschwörungstheoretiker sind z. B. die Lobbyisten der Pharmaindustrie mit angeschlossenm Medienpool, die neuerdings hinter den Impfkritikern eine „Verschwörung“ wittern. Das ist eine Tatsache. Spaßig, nicht?
      Leider haben wir eben all die Geldbeziehungen, die es auch Journlaisten schwer machen, frei zu schreiben. Aber können wir von ihnen die Zivilcourage erwarten, die wir selber nicht zu leisten bereit sind?

      Antworten

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