Der Autor des Artikel hat persönlich geantwortet und auch in einem gewissen entschuldigenden Ton. Seine Antwort und meine darauf ist hier wiedergegeben. Artikel der SZ: https://www.sueddeutsche.de/leben/boom-der-esoterik-heil-1.4186848?reduced=true

Sehr geehrter Herr Burkart,

haben Sie vielen Dank für Ihre Zuschrift, die ich mit Interesse und natürlich mit Bedauern gelesen habe. Es war nicht die Absicht des Artikels, die Person und die Ansichten, geschweige denn die Anhänger Rudolf Steiners zu diffamieren, eher ging es darum, sie geistes- und sozialgeschichtlich in die hier diskutierten Zusammenhänge einzuordnen, zumal auch bei der SZ und in meinem eigenen Umfeld Waldorf-Schulen besucht und bio-dynamische Eier gegessen werden. Es wird Sie nicht versöhnen, dass mich persönlich auch Steiners Leistungen auf dem Gebiet von Architektur und Bildhauerei sehr beeindrucken. Aber schreiben wollte ich es ihnen doch.Das heftige Pro und Contra, das mich zu diesem Artikel erreicht, zeigt immerhin, dass das Thema bis heute bewegt und einer Diskussion würdig ist, wobei ich aber eben nicht denke, dass sie zwingend in einer andächtigen Haltung zu erfolgen hat, sondern auch Schärfe und Polemik verträgt. Dass Ihnen die Art, wie ich das beschrieben habe, nicht zusagt, tut mir leid. Ich ärgere mich oft genug selbst über Inhalt und Form von manchem Artikel, auch im eigenen Blatt. Gleichzeitig hoffe ich, dass Sie der Süddeutschen auch weiterhin gewogen bleiben, selbst wenn gelegentlich ein Artikel, so wie jetzt meiner, nicht Ihren Beifall finden kann.
Mit besten Grüßen,
Ihr Peter Richter


Sehr geehrter Herr Dr. Richter,

ich bedanke mich für Ihre Mail! Es ehrt Sie, dass Sie so offen sprechen.
Es ändert sich aber für mich nichts daran, dass solche Artikel und vor allem die Gedanken des „Experten“, der keiner ist, die Kultur vergiften, da wo genau das Gegenteil der Fall ist.
Wir haben genug Vergiftung im politischen Raum. Wir brauchen das nicht auch noch in dem geistigen Raum.
Man spricht ja sonst auch von „geistiger Brandstiftung“. Das will ich Ihnen nicht unterstellen! Aber das ist es, was geschieht.
Die SZ hat hier einen Ton wie der SPIEGEL und der ist in Bezug auf Steiner ebenso schlimm, schlimmer.
Die AfD zu kritisieren und sich geistig selbst so zu verhalten ist leider der Ton vieler intellektueller Medien heute.
Deshalb ist für mich die Sache noch nicht beendet.
In der Ausgabe der SZ war auch eine Beilage „Chrismon“ mit der Überschrift: „Wir müssen laut werden“.
Ich werde laut werden, ich muss laut werden auch wegen dieses Artikels. Das ist der SZ nicht würdig! Aber vor allem Rudolf Steiner nicht.

Deshalb bleibe ich dabei, dass ich von der SZ einen anderen Artikel erwarte, einen Artikel, der sachlich über Steiner berichtet.
Dass hier Vieles schief läuft und kritisch zu sehen ist in den anthroposophischen Bewegung, das weiß ich. Ich bin selbst ein harter Kritiker.
Diese Kritik hat aber nichts mit Steiner zu tun und es ist an der Zeit, dass in der SZ wahrgenommen wird, was hier eigentlich geleistet wurde für die Zukunft der Menschheit.

Daher würde ich mich sehr freuen, wenn die SZ – kurzfristig – hier ein Signal senden würde, dass sie so etwas tun wird.
Sie können gerne auf meinem Blog dazu Beiträge lesen. https://axel-burkart.de/28-10-leserbrief-sz/
Und ich werde diese Sache nicht ruhen lassen, wenn sich nicht etwas Positives ereignet. Ich muss laut werden.

Mit besten Grüßen und bestem Dank für Ihr Verständnis.

Axel Burkart,
Dipl. Math.

31.10. Leserbrief SZ – erste relativ positive Antwort

7 Gedanken zu „31.10. Leserbrief SZ – erste relativ positive Antwort

  • 31. Oktober 2018 um 11:06
    Permalink

    Schon aufschlußreich: „…wobei ich aber eben nicht denke, dass sie zwingend in einer andächtigen Haltung zu erfolgen hat“. Das ist ja die Grundfrage, in welcher Haltung wir uns einander und der Sache nähern sollten. Hier steht die berechtigte Forderung nach wissenschaftlicher Objektivität einem Weltbild gegenüber, in dem es weder Wahrheiten noch Grundsätze gibt, außer vielleicht dem Glauben, durch „Schärfe und Polemik“ zu irgendetwas kommen zu können.

    Womöglich nehmen die Autoren selbst nicht wahr, dass dieses als bereichernde Meinungsvielfalt verstandene Neben- und Durcheinander von herumfliegenden Gedankenfetzen sehr wohl tendenziös ist, nämlich getragen von kulturzerstörender Geistfeindlichkeit.

    Antworten
  • 31. Oktober 2018 um 12:33
    Permalink

    Sehr geehrter Herr Burhart, ich hoffe sie bleiben bei ihrem Entscheid, die SZ nicht mehr zu abonnieren. Was in Deutschland in den Medien verbreitet wird kann nur noch als „unterirdisch“ bezeichnet werden. Es ist noch schlimmer als in der Schweiz, wo ich herkomme. Auch bei uns sind die Medien „vergiftet“, vor allem die angeblich linken. Ich denke, diese wurden geziehlt unterwandert, genauso wie in Deutschland die Gruene Partei mit Sicherheit unterwandert wurde. Zwischen Petra Kelly und Claudia Roth liegt ein ganzes Universum.

    Antworten
  • 31. Oktober 2018 um 13:16
    Permalink

    Lieber Herr Burkart!
    Kostenlose Public Relation auf Seite 3 –
    so könnte man den Geist, der stets das Böse will … auch hier interpretieren.
    Die Aussagen von Journalist Richter (nomen est omen?): gespalten wie am Ende Rumpelstilzchen.
    Weinen oder lachen? Am besten beten.

    Antworten
  • 1. November 2018 um 9:07
    Permalink

    guten Morgen
    Ich lese gerade das Zitat von M Grandi: Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.

    es ist ein Zeichen des Wandels und der Erneuerung, wenn lichtvolle Entwicklungen erst mal bekämpft werden…..das ist doch positiv an diesem Dialog….!?

    betrachte ich die Nicht-Anerkennung geistiger Wissenschaften und neuer spiritueller Gedanken als Dogma, so ist dieses Dogma ein energetisches Feld, das erst mal weiterexistierend möchte…..alles hat ja Bewusstsein… Un nun kommen neue Gedanken und Handlungen des Lichtes , und „infiltrieren“ somit das dunkele Feld…..klar, dass es sich erst mal wehrt . Und es sucht sich ein Medium oder mehrere mit einer entsprechenden Resonanz, das dann als Kanal das Neue bekämpft…..

    durch den Leserbrief kommt viel in Bewegung, es werden neue Räume geschaffen, die dann, wie selbstverständlich, das Licht und das Leben in die dunklen Felder bringt, die sich dann auflösen…….auf Quantenebene verändert sich einfach die Schwingung der Photonen und Elektronen, aus denen alles besteht und somit schwingt das Kollektive Bewusstsein mit der Zeit immer höher……

    liebe grüße

    Antworten
  • 1. November 2018 um 17:04
    Permalink

    Ohne ein kostenloses Probeabo kann ich den Artikel in der SZ nicht lesen. Ich gebe meine Mailadresse mit Absicht nicht überall dort ein, wo mich etwas interessieren könnte. Also habe ich den Artikel auf Seite 3 nicht selbst gelesen, sondern „nur“ die Antwort von Herrn Dr. Richter sowie diese Kommentare und auch alle zu deinem ersten Leserbrief. So bekomme ich doch einen Eindruck vom Stil des Artikels. Ja, ich unterstütze das Laut-Werden und sich zur Wehr setzen gegen beleidigende und unqualifizierte öffentliche Berichte in einer als seriös geltenden Zeitung. Wenn es die BILD wäre, würde ich mich überhaupt nicht darum kümmern, die kann man wirklich nicht für voll nehmen. Auch den Spiegel schon lange nicht mehr! Ich habe selbst einige Passagen in Biografien mit Steiner-Begegnungen gelesen, in denen sich Steiner bitter darüber beklagt, daß er von seinen „Fans“ nicht verteidigt wird gegen die vielen furchtbaren Angriffe, die von so vielen Seiten auf ihn einprasselten. Gegen Angriffe sich zu wehren ist Ehrensache, solange der Angreifende einigermaßen zurechnungsfähig ist. Das bedeutet ja nicht, daß man sich bei jeder Kleinigkeit herumwehrt, doch wenn es um öffentliche Beleidigungen geht, sollte auch ein Rechtsweg erwogen werden. Ich halte es jedenfalls für zu wenig wirksam, das Abo bei der SZ zu kündigen, denn das tut „denen“ ja nicht weh. Einer mehr oder weniger.
    Ein kämpferischer Geist ist sicher im Sinne Michaels, wenn es der Sache dient und aufrichtig und respektvoll bleibt!

    Antworten
    • 4. November 2018 um 16:49
      Permalink

      Kritiker, Ratgeber und Experten haben wir genug, die brauchen wir aber nicht mehr!
      Es zählen nur die Taten! Wir brauchen mehr Täter auf der Lichtseite!
      Und es fängt an mit der moralischen Phantasie, wonach eine äußerliche Tat
      folgen kann!

      Antworten
  • 2. November 2018 um 13:10
    Permalink

    Der eigentümliche Artikel in der Süddeutschen Zeitung, bei dem wohl unübersehbar ein Zerrgebilde von Rudolf Steiner und seinem Lebenswerk abgegeben wird, ist für den unbefangenen Leser bestens geeignet, eine sogenannte Meinungsbildung zu fördern. Was ist die heutige Meinungsbildung, wie zeigt sie sich? Und wie entwickelt sie sich im Sinne einer Zukunftsvision der Menschheit weiter? In einer demokratischen Gesellschaft sollte die freie Meinung und die Wahrung dieser möglichst geschützt bleiben. Nun wird aber die Meinung mit einem Artikel über Rudolf Steiner gebildet, die an jeder inhaltlichen und sachbezogenen Auseinandersetzung vorbeistrebt. Im einzelnen Menschen erregt sich ein antipathisches Gefühl gegen den Namen Rudolf Steiners und auch gegen seine Schriften.

    Eine erstaunliche Tatsache ist diejenige, dass sich die Meinungsbildung der heutigen modernen Zeit nicht auf einer wirklichen objektiven Informationsbasis mit weiten und verschiedenen Positionen gründet, sondern sich auf Personen stützt, die zu Rudolf Steiner zu negativen Urteilen gekommen sind. Reiner Stach meint, und man kann wohl das Meinen in ganz wörtlichem Sinne nehmen, es wäre das Lebenswerk des Gründers der Anthroposophie durch Emotionen entstanden. Es scheint sich um eine ganz geniale Erkenntnis zu handeln, die man vielleicht in unserer Zeit für viele Meinungsäußerungen nehmen könnte und die man natürlich sehr leicht unreflektiert auf Rudolf Steiner übertragen kann. Der Schreiber des Artikels in der Süddeutschen Zeitung bezieht sich auf Reiner Stach, weil dieser wohl am besten geeignet ist, seine negative Meinung, die nicht sachbezogen, sondern völlig befremdend ist, zu stützen. Wenn die Mode beispielsweise für ein Jacket Schulterpolster einlegt, und den Menschen dadurch in seinen Schultern breiter und monströser erscheinen lässt, als er ist, wirkt diese außerordentlich kontaminierend und bald wird derjenige, der nicht von diesem modernen Zeitphänomen ergriffen wird, auffallen. Mit der Meinungsbildung ist es ähnlich, denn wenn man als der heutige aufgeklärte, informierte und mit freier Meinung begabte Bürger Rudolf Steiner kritisiert, erscheint man zumindest modern und man bewegt sich in der Mode. Die Meinung wird zur Modenshow und die breiten Schultern, gut aufgepolstert im Jacket, könnten fast den Anschein erwecken, als seien sie besonders männlich. Vielleicht könnte man sich aber doch der Anstrengung hingeben und wenigstens einige Zeilen oder vielleicht sogar einen ganzen Absatz von Rudolf Steiner zu lesen und diesen einmal mit dem Denken zu erfassen, so würde man wohl ganz leise in sich ein Gefühl bekommen, dass es sich vielleicht doch gar nicht um die gepriesenen Emotionen handle, und diese nur kurze Disziplin des Lesens einige Aufmerksamkeit und vielleicht sogar wache Anstrengung erfordert. Nun ja, leichter ist es, dem Strom der meinungsbildenden Informationen zu folgen und sicher ist es auch leichter, Rudolf Steiner kurzerhand zu verwerfen. Zumindest braucht man sich dann nicht mehr mit der Disziplin zu denken, zu erforschen und zu erkennen auseinandersetzen, und da man ja eine freie Meinungsbildung in der Demokratie besitzt, lässt sich leicht und schnellfertig diese etablieren. Man könnte aber auch fragen, ob man sich die Mühe jemals gemacht hat, ein Lesen der Aussagen Rudolf Steiners tatsächlich zu praktizieren. Mit der heutigen gewöhnlichen Schulbildung ist das Lesen Allgemeingut geworden und man müsste eigentlich davon ausgehen, dass jeder, der Rudolf Steiner selbst einmal wenigstens mit einigen Absätzen gelesen hat, diese auch wirklich zur Kenntnis genommen hat. Man braucht ja nicht alle 5000 Vorträge von Rudolf Steiner nachlesen, es würde ja bereits genügen, wenn man das Lesen, das heute jeder kann, tatsächlich mit etwas Bewusstsein und nicht nur unbewusst, sondern mit Aufmerksamkeit, objektiver Kenntnisnahme und eben damit mit Bewusstsein anwenden würde. Zumindest wäre man schon einmal so weit gekommen, dass man das Objekt, das man zu seiner Meinung und Meinungsbildung in Betracht zieht, zur Kenntnis führt. Ob diese Kenntnisnahme im Artikel des Journalisten Richter erfolgt ist, muss in großen Zügen in Zweifel gesetzt werden.

    Herzliche Grüße aus Italien

    Heinz Grill

    Antworten

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