Der SPIEGEL berichtet in 35/2017, dass die heiß diskutierte neue Kryptowährung „Bitcoin“ so viel Strom verbraucht wie 1,5 Millionen Haushalte, also so viel wie Chicago und San Francisco zusammen. Die Frage ist also, wie diese neue Währung daher zu bewerten ist.

Der „Bitcoin“ ist in vieler Munde und wird bereits als Währung an Börsen gehandelt. Dass hier Unsummen von Strom und damit Geld verbrannt wird, kommt mit diesem Artikel so recht ans Licht. Wie soll  man eine solche „digitale Währung“ daher bewerten? Denn letztlich muss der gesamte Stromverbrauch in den Wert der Währung eingehen. Diese Währung mag und muss daher womöglich immer teurer werden alleine wegen des Stromverbrauches, sonst kann sie sich nicht für die Börsenhändler („trader“) rechnen.

Die kritische Frage ist, ob diese veröffentlichten Daten für den Stromverbrauch korrekt sind. Denn der Bitcoin ist in gewisser Weise auch ein Angriff auf bestehende Währungssysteme und daher wird sicher versucht werden, diese Kryptowährung auch in Verruf zu bringen.

In jedem Falle aber ist für das gesamte Bitcoin-Geschäft ein immenser Stromverbrauch erforderlich. Es stellt sich dabei generell die Frage nach den Kosten eines Währungssstems. Es besteht ja die Tendenz, das Bargeld abzuschaffen. In China zahlen schon 20 % der Menschen bargeldlos. Bargeld verursacht hohe Kosten – Herstellung, Transport, Sicherung, Austausch -, daher das Argument der Abschaffung des Bargeldes. Nirgendwo sind jedoch die Kosten für die Handhabung des elektronischen Geldes dargestellt. Mit dem Bitcoin kommt dies erstmals zur Diskussion, da hier spezielle Kosten durch den Stromverbrauch entstehen, um ihn sicher zu machen.
Es kann also sein, dass die Kosten für die Bargeldhandhabung wirklich nur vorgeschoben werden. Allerdings entstehen die Kosten für das elektronische Geld in jedem Falle, denn benötigt wird es soundso. Daher ist verständlich, dass in Zeiten der Digitalisierung die Abschaffung des Bargeldes zur Diskussion steht. Es wird auch für den Kunden der Zugriff auf Bargeld daher teurer werden. Dass dahinter auch der Wunsch besteht, mehr Kontrolle ausüben zu können bzw. eine totale Kontrolle des Geldverkehrs, ist ebenso denkbar. Die Finanzämter und damt die Politik sind sicher daran interessiert.

Bitcoins – Die Kryptowährung verbrennt Unsummen an Energie – Bargeld kostengünstiger?
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12 Gedanken zu „Bitcoins – Die Kryptowährung verbrennt Unsummen an Energie – Bargeld kostengünstiger?

  • 6. September 2017 um 23:26
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    Wahrscheinlich ist auch der Stromverbrauch für die herkömmliche Währung ganz erheblich – darüber nachzudenken war bisher für mich unwichtig, weil man die Währung bzw. das Geld halt braucht hierzulande.
    Das Thema Stromverbrauch ist unabhängig von BitCoin sowieso brisant. Ich bemerke, dass der irrsinnige Stromverbrauch, der in den Industrienationen stattfindet, als selbstverständlich angesehen wird. Es ist wie ein sich immer schneller drehendes Karussell, dem die meisten Menschen aufsitzen und vor lauter rasender Geschwindigkeit überhaupt nicht auf den Gedanken kommen, dass wir aus diesem Karussell hinausgeschleudert werden und plötzlich auf dem harten Boden aufschlagen könnten, mit erschütternden Folgen…
    Wegen des immensen Stromverbrauchs von BitCoin Abstand nehmen? Sicher gibt es weitere Gründe, sich zu distanzieren, doch diese habe ich noch nicht ausreichend herausgefunden. Bei Jörg Molt.de hört sich das BitCoin-Dings ziemlich sachlich und bedenkenswert an, fast schon verlockend.

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    • 12. September 2017 um 16:29
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      Liebe Maria, nein, der Stromverbrauch bei der herkömmlichen Währung ist völlig anders, weil der Stromverbrauch bei den Bitcoins in den Algorithmus eingeht. Daher ist er so gewaltig. Er ist wirklich gewaltig. Es geht auch nicht um Abstand nehmen, sondern darum, alle Seiten zu erfassen. Würde bei der herkömmlichen Girowährung der Stromverbrauch so hoch sein, so würde dieses Giralgeld sehr viel kosten. Übrigens liegt ein immenser Stromverbrauch generell im Internet. Denn die Server verbraten Unmengen an Energie, weil sie ja alle gekühlt werden müssen.

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  • 7. Oktober 2017 um 11:31
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    Der Bitcoin funktioniert nach dem Prinzip des Proof of Works, bei welchem die Rechner in einem Wettwerb zueinander stehen, so daß hier zwangsläufig auch Unmengen an Energie vergeudet wird, ja.
    Es gibt mittlerweile auch sehr viele andere Coins (vgl. coinmarketcap.com), die anders geschürft werden.
    Proof of Stake – vergleichbar mit einer verzinsten Geldanlage – ist beispielsweise ein solches Verfahren, welches bedeutend energieschonender ist. (vgl. u.a. Coins u.a. auf http://pos-monkey.com/)

    Gleich verteufeln würde ich den Bitcoin auch nicht, da er uns die Technologie der Blockchain gebracht hat, die wiederum dafür sorgt, daß alles dezentralisiert wird, was dezentralisiert werden kann.
    D.h., daß Monopole sämtlicher Art und Weise damit aufgebrochen werden können.
    Da darf nun jeder seiner Fantasie freien Lauf lassen, welche Monopole davon betroffen sein werden und wann – im philosophischen Sinne – Dezentralisierung ein Ende hat. 🙂
    Für mich ist das sehr anregend – auch wenn ich versuche allen Technologien mit einer gesunden Skepsis zu begegnen.

    In der Diskussion um die Bargeldabschaffung sehe ich eine gewisse Schizophrenie:
    Die „Aufgewachten“ lehnen einerseits unser staatliches Konstrukt ab, gleichzeitig aber fordern sie von jener Instanz, daß doch bitte das Bargeld erhalten werden möge!?!
    Vielleicht könnte man das Leben stattdessen einfach mal so interpretieren, daß „das System“ am Beispiel der Bargeldabschaffung sagt: „Ich habe keine Lust mehr Euch beständig den Arsch abzuwischen und Euch eine Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, damit ihr miteinander und untereinander in den Austausch kommt! Werdet erwachsen und macht mal selber!“

    Aber gut…
    Mit der Eigenverantwortung ist es halt so eine Sache, nicht wahr? 😉

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    • 10. Oktober 2017 um 19:20
      Permalink

      Verteufeln sollten wir grunsätzlich nichts, sondern sachlich beurteilen. Der Bitcoin hat wie alles zwei Seiten und die blockchain ist ja ein wesentliches Element.
      Und: Ja, erwachsen werden ist die große Herausforderung für uns alle. Deshlab ist mein Bestreben, mitzuwirken, dass wir alle ein sauberes Denken lernen und praktizieren. Und das kommt nur aus der Wissenschaft und hier vor allem auch aus der GEISTESWISSENSCHAFT. Und das klare Denken kann uns niemand abnehmen. Und es ist unbequem, weil es anstrengend ist. Aber ohne Anstrengung kein Erfol und ohne eigenständiges Denken kein Weg aus der Versklavung über das Denken.

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      • 10. Oktober 2017 um 21:58
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        „Und das klare Denken kann uns niemand abnehmen. Und es ist unbequem, weil es anstrengend ist.“

        Ich kann ihrem Ansatz, den ich gerade auch auf YouTube studiere, sehr gut nachvollziehen und kann ihm eine Menge abgewinnen.
        Ich denke jedoch auch, daß die Frage nach Unbequemlichkeiten und Anstrengungen relativ ist.
        Denn am Ende ist es auch immer eine Frage der subjektiven Empfindung und der eigenen Vorlieben.

        Beispiel:
        In Schule, Berufsschule und Studium war ich oftmals zu faul mich zu bücken um einen Taschenrechner aus dem Rucksack zu holen.
        Ich zog es vor in der Zwischenzeit schon im Kopf das Ergebnis zu errechnen und war dabei oftmals auch schneller. 😉

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  • 13. November 2017 um 8:39
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    Letztendlich sollte jeder die Möglichkeit haben, auf die unterschiedlichen Zahlungsarten zurückgreifen zu können. Das nennt man in der heutigen Zeit Freiheit.

    Antworten
    • 14. November 2017 um 12:36
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      Das ist völlig richtig! Aber es gibt nun einmal innere Gesetze in bezug auf das Geld. Und jede Spekulation mit Währung ist gegen diese Gesetze udn führt zu weiterem Chaos. Und das haben wir seit langer Zeit und hat nichts mit Bitcoins zu tun. Doch Bitcoins vor allem auch Spekulationsobjekt!

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      • 14. November 2017 um 12:50
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        ???
        Aber wer seine Euro auf dem Bankkonto läßt oder unter das Kopfkissen legt, der spekuliert doch auch…!
        Darauf, daß beispielsweise das jetzige Finanzsystem noch nicht zusammenbricht.

        Uns ist oftmals gar nicht bewußt, wo und wann wir überall spekulieren.
        Wir geben auf so viele Dinge irgendwelche (unbewußten) Zukunftsprognosen ab, von welchen wir unsere Entscheidungen abhängig machen.

        Ganz egal wie ich zum Bitcoin stehe, ich habe immer eine Position inne, von der ich glaube/hoffe, daß sie die Beste in Hinblick auf die Zukunft ist.
        Egal, ob ich Bitcoin gekauft habe, weil ich glaube, daß BTC steigt.
        Ob ich Bitcoin verkaufe, weil ich glaube, daß BTC fällt.
        Oder ob ich den Markt beobachte bzw. ignoriere, weil der Markt früher oder später womöglich in jene Richtung läuft, die ich prognostiziere. (-> Dazu zählt auch ein Platzen der „Spekulationsblase“)

        Und diese Analogie, die könnten wir auch in Beziehungen beispielsweise wiederfinden:
        Heirate ich oder heirate ich nicht.
        Lasse ich mich scheiden oder halte ich die Beziehung aus.

        Wenn wir mit Geld nicht mehr spekulieren wollen, dann können wir das nur dann, sobald unser Bewußtsein so weit entwickelt ist, so daß wir Geld für unser tägliches Geben und Nehmen gar nicht mehr GE-brauchen.
        Aber selbst diese Zukunftsvision/ -prognose ist in gewisser Weise eine Spekulation.

        Wo also ist da der Anfang vom Ende?

        Antworten
        • 14. November 2017 um 20:46
          Permalink

          Ja, das ist alles durchaus richtig. Und so muss auch ein jeder für sich entscheiden und die Verantwortung tragen. Aus bestem Wissen und Gewissen. Deshlab geht es mir immer um sachliche Darstellung und keine Angriffe. Wenn man also spekuliert mit Kopfkissen oder Bitcoins: Hauptsache man ist sich bewusst, was man tut.

          Antworten
  • 15. November 2017 um 9:33
    Permalink

    Die andere Seite vom Stromverbrauch ist ja der Stromausfall. In diesem Fall kann ich weder mit Bictoins noch mit anderem elektronischen Geld bezahlen oder andere Aktionen machen. Mit Geldscheinen – die zwar einen Wert vortäuschen, letztendlich sind es Schuldscheine – habe ich eventuell noch die Möglichkeit – wahrscheinlich eher in kleineren Supermärkten + Läden – mir noch das einzukaufen, was ich wirklich dringend brauche.
    Grndsätzlich wäre mir – wie sicherliche vielen Aufgewachten auch – einen anderen Wertausgleich lieber, wie z. B. das ich meine Mietkosten mit einer meinen Fähigkeiten ausgleichen kann. Im Moment kann man dies zwar im Freundes- und Bekanntenkreis + div. Gemeinschaften schon machen, denoch sind wir da noch etwas entfernt.
    Im Moment kann jeder noch seinem Bewusstsein und Verantwortungsgefühl handeln – auch in den ganzem Spektrum des Lebens – und dies fängt schon in ganz banalen Dingen an, wie z. B. was für Lebensmittel oder Produkte kaufe ich ein, die mir und meinem Leben dienlich und sinnvoll sind.
    Mit einem verantwortungsvollen Handeln habe ich die Macht, alles zu Unterstützen, was für mein Empfinden mit der göttlichen Ordnung in Verbindung steht, also meinem göttlichen Ursprung entspricht. Jeder Mensch hat nach seinem Seelenplan gewisse Stationen zu durchlaufen, um seine Erfahrungen und Erkenntnisse zu sammeln – Umwege mit eingeschlossen. Von daher gibt es für jeden Menschen entweder ein positives oder eher ein negatives Ergebnis. Diese Erfahrung ist nun aber wieder wichtig, um Entscheidungen für den weiteren individuellen Weg treffen zu können.

    Antworten
    • 15. November 2017 um 16:59
      Permalink

      Ja, der Stromausfall ist das große Risiko. Und eines Tages mag ein starker Sonennsturm alle Elektro-Illusionen wegblasen. Auch hier wird die geistige Welt ein Wörtchen mitreden.
      Die praktischen Tips sind völlig richtig. Es geht um die individuelle Bewusstwerdung über die Konsequenzen all unserer Handlungen.
      Was wir zusammen – neben unseren individuellen Seelenplänen – wohl zu schaffen haben, ist ein gemeinsames Miteinander für ein völlig anderes Geldsystem. Das Geldsystem wird bleiben, aber es muss christlich-brüderlich werden und wegkommen von der egoistischen Geldschöpfung. Das alles wird aber auch nicht ausreichen, ohne eine Bodenreform, die jetzt bereits wieder diskutiert wird bei immer steigenden Mieten, weil die Reichen immer reicher werden durch die stiegendem Mieten für die Armen, die diese ausbluten. Unsere Menschheit ist ein Organismsus – ein sozialer Organismus -, und deshalb können keine Teillösungen heilen, sondern nur eine ganzheitliche Lösung wie die Dreigliederung des sozialen Organismus.

      Antworten
  • 15. November 2017 um 18:28
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    Lieber Axel, was bedeutet „weil der Stromverbrauch bei den Bitcoins in den Algorithmus eingeht“?
    Ich hatte angefangen, in Herbert Hemzals Bitcoineum zu lesen. Mich beschleicht dabei das Gefühl, dass auch Bitcoin zum Spekulieren anregt, und genau dies empfinde ich als Sucht – zumindest, wenn ich sehr selten kurz die Gesichter der Menschen sehe, die sich mit Börsenkursen die Zeit ver-treiben. Ich hab den Eindruck, dass es sich in diesen Kreisen um schwerste Sucht handelt. Insofern frage ich mich, was Herbert meint, wenn er im Zusammenhang mit Bitcoin und blockchain von grenzenloser Freiheit spricht und schreibt. Gibt es Freiheit, wenn Sucht das Denken und Handeln bestimmt?
    Ich frage das nicht dich, sondern frage das in die Luft.
    Wenn es darum geht, dass wir ein gänzlich anderes Geldsystem entwickeln, bin ich dabei. Also, bis bald wieder!

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